Alles über Montagesysteme, den Installationsprozess, Kosten und die rechtlichen Vorschriften für Solaranlagen auf Schweizer Dächern.
Die Montage einer Solaranlage ist heute ein standardisierter und sicherer Prozess. In der Schweiz werden jährlich Tausende von Anlagen auf Privathäusern installiert — von der kompakten 5-kWp-Anlage auf dem Reihenhaus bis zur grosszügigen 20-kWp-Anlage auf dem Einfamilienhaus. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über die Solarmontage wissen müssen.
Die Wahl des richtigen Montagesystems hängt von Ihrem Dachtyp, der Neigung und dem Eindeckungsmaterial ab. In der Schweiz kommen hauptsächlich drei Montagearten zum Einsatz.
Bei der Aufdach-Montage werden die Solarmodule mit speziellen Schienen und Dachhaken auf dem bestehenden Dach montiert. Die Module sitzen einige Zentimeter über der Dacheindeckung, was eine natürliche Hinterlüftung ermöglicht und die Leistung der Module verbessert. Diese Montageart ist die häufigste in der Schweiz und eignet sich für die meisten Dachtypen — ob Ziegel, Eternit oder Blechdach.
Vorteile der Aufdach-Montage sind die einfache und schnelle Installation, die Möglichkeit zur späteren Erweiterung und die gute Hinterlüftung. Die Kosten sind moderat und die Montage ist bei praktisch jedem Dach möglich. Typischerweise dauert die Montage eines Aufdach-Systems für ein Einfamilienhaus 1–2 Tage.
Bei der Indach-Montage ersetzen spezielle Solarmodule die herkömmliche Dacheindeckung. Die Module bilden eine glatte, einheitliche Fläche und fügen sich nahtlos in die Dachlandschaft ein. Diese Variante ist besonders bei Neubauten und Dachsanierungen beliebt und wird in der Schweiz zunehmend gewählt.
Indach-Systeme bieten den Vorteil einer hohen Ästhetik und können in Kombination mit einer Dachsanierung sogar Kosten sparen, da die herkömmliche Dacheindeckung entfällt. Allerdings ist die Hinterlüftung geringer, was bei hohen Temperaturen zu leichten Ertragseinbussen führen kann. Die Kosten liegen etwas höher als bei der Aufdach-Montage.
Auf Flachdächern werden die Module auf speziellen Aufständerungen montiert, die eine optimale Neigung von 10–30 Grad ermöglichen. Die Gestelle werden in der Regel mit Ballastierung (Betonplatten oder Kies) beschwert, sodass keine Durchdringung der Dachhaut nötig ist.
Flachdach-Systeme bieten den Vorteil, dass die Module optimal ausgerichtet werden können — unabhängig von der Dachausrichtung. Allerdings müssen Abstände zwischen den Modulreihen eingehalten werden, um gegenseitige Verschattung zu vermeiden, was den Platzbedarf erhöht.
Die Installation einer Solaranlage folgt in der Schweiz einem bewährten Ablauf, der von der ersten Beratung bis zur Inbetriebnahme reicht.
Alles beginnt mit einer Standortanalyse. Ein Fachbetrieb bewertet Ihr Dach hinsichtlich Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Statik. Mithilfe von Drohnenaufnahmen, Satellitenbildern oder einer Vor-Ort-Begehung wird ein detaillierter Plan erstellt. Sie erhalten eine massgeschneiderte Offerte mit Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Seit 2014 sind Solaranlagen auf Dächern in der Schweiz in vielen Fällen nur meldepflichtig — eine Baubewilligung ist nicht nötig, sofern die Anlage genügend angepasst ist und sich in keiner Schutzzone befindet. Der Installateur übernimmt in der Regel die Meldung bei der Gemeinde und die Anmeldung beim lokalen Energieversorger.
Die Montage auf dem Dach dauert typischerweise 2–3 Tage für ein Einfamilienhaus. Zuerst werden die Unterkonstruktion und die Schienen montiert, dann die Solarmodule befestigt. Anschliessend werden die Kabel verlegt und der Wechselrichter im Keller oder Technikraum installiert. Alle elektrischen Verbindungen werden von einem zertifizierten Elektriker hergestellt.
Nach der Montage erfolgt die technische Abnahme. Der Wechselrichter wird konfiguriert, die Anlage getestet und ans Stromnetz angeschlossen. Sie erhalten eine Einweisung in Ihre Anlage und die Monitoring-App. Der gesamte Prozess von der Bestellung bis zur Inbetriebnahme dauert in der Regel 4–8 Wochen.
Die Kosten für eine Solaranlage setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über typische Kosten für Einfamilienhäuser in der Schweiz.
| Anlagengrösse | Kosten (brutto) | Nach Förderung | Jahresertrag |
|---|---|---|---|
| 5 kWp (klein) | CHF 12'000 – 16'000 | CHF 9'000 – 12'000 | ca. 5'000 kWh |
| 10 kWp (mittel) | CHF 18'000 – 25'000 | CHF 14'000 – 19'000 | ca. 10'000 kWh |
| 15 kWp (gross) | CHF 24'000 – 33'000 | CHF 18'000 – 25'000 | ca. 15'000 kWh |
| 20 kWp (sehr gross) | CHF 30'000 – 42'000 | CHF 22'000 – 32'000 | ca. 20'000 kWh |
Als Faustregel gilt: Je grösser die Anlage, desto günstiger wird sie pro installiertem kWp. Während kleine Anlagen bei rund CHF 2'500–3'000 pro kWp liegen, können grössere Anlagen bei CHF 1'500–2'000 pro kWp realisiert werden.
In den Kosten enthalten sind üblicherweise die Solarmodule, der Wechselrichter, das Montagesystem, die Verkabelung, die Installation sowie die Inbetriebnahme. Optionale Zusatzkosten fallen an für einen Batteriespeicher (CHF 6'000–15'000), eine Wallbox für das E-Auto (CHF 1'500–3'000) oder ein Energiemanagementsystem (CHF 500–1'500).
Die Schweiz hat die Rahmenbedingungen für Solaranlagen in den letzten Jahren deutlich vereinfacht. Hier die wichtigsten Regelungen im Überblick.
Seit der Revision der Raumplanungsverordnung (RPV) im Jahr 2014 sind Solaranlagen auf Dächern in Bau- und Landwirtschaftszonen grundsätzlich nur meldepflichtig, sofern sie ausreichend angepasst sind. Das bedeutet: Die Module dürfen nicht über die Dachfläche hinausragen und müssen sich optisch in die Umgebung einfügen. Die Meldung erfolgt bei der zuständigen Baubehörde der Gemeinde.
Eine Baubewilligung ist weiterhin erforderlich bei denkmalgeschützten Gebäuden, in Ortsbild-Schutzzonen (ISOS-Inventar), bei Fassadenanlagen, bei Freiflächenanlagen sowie wenn die Anlage die Dachfläche überragt. Im Zweifelsfall klärt Ihr Installateur die Situation mit der Gemeinde.
Solaranlagen müssen die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV) einhalten. Die Installation muss von einem konzessionierten Elektroinstallateur durchgeführt oder mindestens abgenommen werden. Der Netzanschluss erfolgt gemäss den Werkvorschriften des lokalen Verteilnetzbetreibers (VNB). Ein Sicherheitsnachweis (SiNa) muss erstellt und dem Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI) gemeldet werden.
Solaranlagen müssen die Brandschutzvorschriften der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) einhalten. Dazu gehören Mindestabstände zu Brandmauern und Dachrändern, die Verwendung von zugelassenen Materialien und die Zugänglichkeit für die Feuerwehr. Seriöse Installationsbetriebe berücksichtigen diese Vorgaben standardmässig in der Planung.
In den meisten Kantonen ist die Solaranlage automatisch über die Gebäudeversicherung mitversichert. Es empfiehlt sich dennoch, die bestehende Versicherung über die neue Anlage zu informieren. Zusätzlich bieten manche Versicherer spezielle Solar-Versicherungen an, die auch Ertragsausfälle abdecken.
Achten Sie bei der Wahl Ihres Installateurs auf anerkannte Qualitätslabel. In der Schweiz sind dies insbesondere das Label „Solarprofis" von Swissolar, die Zertifizierung nach ISO 9001 sowie Referenzen und Erfahrung mit vergleichbaren Projekten. Ein seriöser Betrieb bietet Ihnen zudem eine transparente Offerte, eine Ertragsgarantie und einen Wartungsvertrag an.
Holen Sie immer mindestens zwei bis drei Offerten ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die Qualität der Komponenten, die Garantiebedingungen und den Service. Nutzen Sie unseren kostenlosen PV-Rechner für eine erste Einschätzung.
Berechnen Sie jetzt kostenlos, was eine Anlage auf Ihrem Dach kosten würde.
Jetzt PV-Rechner starten ➔