Eine der häufigsten Fragen, die uns Hausbesitzer stellen: Ist mein Dach überhaupt für eine Solaranlage geeignet? Die kurze Antwort: Sehr wahrscheinlich ja. Die Dachausrichtung spielt zwar eine Rolle, aber sie ist längst nicht der einzige Faktor — und selbst vermeintlich ungünstige Ausrichtungen können wirtschaftlich sehr attraktiv sein.
Der Klassiker: Süddach
Ein nach Süden ausgerichtetes Dach mit einer Neigung von 25 bis 35 Grad gilt als optimal für Solaranlagen. Hier trifft die Sonnenstrahlung im Jahresdurchschnitt am besten auf die Module, was den höchsten Gesamtertrag liefert. Eine 10-kWp-Anlage auf einem optimalen Süddach produziert in der Schweiz rund 10'000 bis 11'000 kWh pro Jahr.
Doch ein perfektes Süddach ist keine Voraussetzung für eine rentable Solaranlage. Tatsächlich hat die Ost-West-Ausrichtung in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen — und das aus guten Gründen.
Ost-West-Ausrichtung: Der heimliche Favorit
Eine Ost-West-Aufstellung produziert zwar insgesamt etwa 10 bis 15 Prozent weniger Strom als eine reine Südausrichtung, bietet aber entscheidende Vorteile für Familien. Die Stromproduktion verteilt sich gleichmässiger über den Tag: Morgens produziert die Ostseite, abends die Westseite. Das passt perfekt zum typischen Verbrauchsprofil einer Familie.
Durch die bessere Übereinstimmung von Produktion und Verbrauch steigt der Eigenverbrauchsanteil deutlich. In der Praxis kann eine Ost-West-Anlage trotz geringerem Gesamtertrag finanziell genauso attraktiv sein wie eine Südanlage — oder sogar attraktiver, weil mehr Strom direkt selbst genutzt wird.
Südost und Südwest: Ausgezeichnete Kompromisse
Dächer mit einer Ausrichtung nach Südost oder Südwest liegen ertragsmässig nur 5 bis 8 Prozent unter dem Optimum eines reinen Süddachs. Diese Abweichung ist so gering, dass sie kaum ins Gewicht fällt. In Kombination mit der leicht verschobenen Produktionsspitze — morgens bei Südost, nachmittags bei Südwest — ergeben sich sogar Vorteile für den Eigenverbrauch.
Dachneigung: Wie wichtig ist der Winkel?
Der optimale Neigungswinkel für Solarmodule in der Schweiz liegt bei 25 bis 35 Grad. Aber auch hier gilt: Die Toleranz ist gross. Bei Neigungen zwischen 15 und 45 Grad liegen die Ertragseinbussen unter 5 Prozent. Selbst Flachdächer eignen sich hervorragend — die Module werden einfach auf Aufständerungen im optimalen Winkel montiert.
Steilere Dächer über 45 Grad haben sogar einen Vorteil: Im Winter, wenn die Sonne tief steht, fangen sie mehr Licht ein. Und Schnee rutscht von steilen Dächern schneller ab, was die Winterproduktion verbessert.
Verschattung: Der wahre Feind
Viel wichtiger als die perfekte Ausrichtung ist die Verschattungsfreiheit. Ein nach Süden ausgerichtetes Dach, das von einem grossen Baum beschattet wird, produziert weniger als ein verschattungsfreies Ostdach. Typische Verschattungsquellen sind Bäume, Nachbargebäude, Kamine und Dachgauben.
Moderne Technologien wie Moduloptimierer oder Mikro-Wechselrichter minimieren die Auswirkungen von Teilverschattung erheblich. Sie sorgen dafür, dass ein verschattetes Modul nicht die Leistung der gesamten Anlage herunterzieht.
Norddach: Die Ausnahme
Ein reines Norddach ist tatsächlich die einzige Ausrichtung, bei der eine Solaranlage in der Regel nicht empfehlenswert ist. Der Ertrag liegt 30 bis 40 Prozent unter dem eines Süddachs, was die Wirtschaftlichkeit stark beeinträchtigt. Bei Häusern mit Norddach gibt es aber oft die Möglichkeit, Module auf der Garage, einem Carport oder einer Fassade zu installieren.
Unser Fazit
Über 90% aller Dächer in der Schweiz eignen sich für eine wirtschaftliche Solaranlage. Die perfekte Südausrichtung ist ein Bonus, aber keine Voraussetzung. Nutzen Sie unseren PV-Rechner für eine erste Einschätzung Ihres Dachpotenzials.
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